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Your Honor: Ein gro√üartiger Bryan Cranston spielt die Hauptrolle in einer Sky-Miniserie, die es nicht schafft, √ľber ihre starke Pr√§misse hinauszugehen

Es ist kein guter Tag f√ľr Adam (Hunter Doohan), den gr√ľblerischen Sohn des ehrenwerten Richters Michael Desiato (Bryan Cranston). Was er nicht erwartet, ist, dass es so kompliziert werden w√ľrde, dass er am Ende einen Jungen √ľberf√§hrt, mit dem Pech, dass dieser der Sohn des gr√∂√üten Verbrechers in New Orleans ist. Mit dieser Pr√§misse beginnt Your Honor, die Showtime-Miniserie, die auf Sky kommt.

Basierend auf Israels Kvodo entfaltet Peter Moffat (Criminal Justice) die Geschichte eines Richters, der bei dem Versuch, die Fahrerflucht seines Sohnes zu vertuschen, alle ethischen Grenzen √ľberschreitet. Es ist eine Reise in die Schurkerei, oder zumindest auf die andere Seite der Achse der Legalit√§t, die durchaus an Breaking Bad erinnern k√∂nnte. Leider ist es weit entfernt von Vince Gilligans Drama.

Es ist schwer zu sagen, was genau dazu f√ľhrt, dass diese Miniserie nicht funktioniert, denn es ist nicht so, dass das Drehbuch besonders schlecht ist und sowohl Edward Bergers Regie als auch Cranstons Leistung sind mehr als solide. Im Falle des Protagonisten in gewohnt hervorragender Manier, der ein immer etwas unter den Erwartungen liegendes Ausgangsmaterial aufwertet.

Ein Krimidrama, das nicht alles verraten will

Peter Moffat zeigt wenig Lust, Dinge zu erz√§hlen oder zumindest wichtige Umst√§nde rund um das Protagonisten-Duo von Your Honor zu erz√§hlen. Er deutet an, dass in Adam viel mehr steckt als das, was wir sehen, aber er zieht den K√∂der nicht ganz aus, um unser Interesse zu wecken. Die Sequenz, in der wir sehen, wie er umherwandert und einen Blumenstrau√ü vor einem Gesch√§ft ablegt, ist ein Beispiel daf√ľr, da sie ohne klares Motiv bleibt.

Gl√ľcklicherweise schafft es Edward Bergers Regie, uns mit mehr als kraftvollen Szenen wie der viszeralen Fahrerflucht ins Geschehen zu ziehen. Momente, in denen alle Arten von Gef√ľhlen vermittelt werden: von Frustration bis hin zu Trag√∂die und Schmerz.

Im Zeitalter des Prestige-Fernsehens entscheiden sich die Verantwortlichen von Your Honor f√ľr ein Casting, das dem Label Glanz verleiht: Neben Cranston sind u.a. Michael Stuhlbarg, Hope Davis, Isiah Whitlock, Jr., Margo Martindale und Maura Tierney zu sehen, und der Eindruck ist eindeutig. Das Drehbuch wei√ü nicht, wie man sie spielt, aber die Darsteller schaffen es, mit mittelm√§√üigem Material umzugehen.

Es geht nicht so sehr darum, dass das Drehbuch etwas klischeebeladen ist, sondern was die Serie belastet, ist die Anh√§ufung von Nebenhandlungen in einem frustrierten Versuch, die Erz√§hlung zu erweitern, von einem Kriminaldrama mit Vater und Sohn im Zentrum zu einem √úberblick √ľber Korruption und das Leben in New Orleans zu kommen. Allerdings behindern so viele Nebenhandlungen am Ende die Geschichte, vor allem, wenn sie nicht gut entwickelt werden.

Von der starken Prämisse zum generischen Drama

Wir reden hier √ľber eine Miniserie mit zehn Episoden, also haben wir Zeit, Dinge zu entwickeln. Aber man hat das Gef√ľhl, dass Moffat dazu uninspiriert ist und eine starke Pr√§misse unterschreibt, die am Ende in ein viel generischeres Drama abdriftet, als sie es verdient. Er h√§tte n√§her an (The Night Of) herankommen k√∂nnen, schafft es aber nicht, so solide zu sein wie der HBO-Film.

Letztendlich ist Your Honor die Art von Serie, die sich selbst verkauft: eine auff√§llige Besetzung und ein vielversprechender Startpunkt. Allerdings hat das Drehbuch diesen beiden Elementen alles anvertraut und das f√ľhrt zu einem Mangel an Erfolg bei der Gestaltung der Verzweigungen.

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