R├╝ckblick auf Falcon and the Winter Soldier 1×04: Alle gegen alle

Die vierte Folge der Serie ist jetzt auf Disney Plus verf├╝gbar

Die Zielgerade hat begonnen. „Falcon and the Winter Soldier“ geht mit vielen offenen Plots und Konflikten, die es zu l├Âsen gilt, in die Endphase. In dieser Woche war also die vierte Episode mit dem Titel „The World is Watching“ an der Reihe, den Weg zu ebnen. Ein sehr treffender Titel ├╝brigens, wenn man das Ende der Episode bedenkt. Aber wir wollen jetzt noch nicht spoilern, das kommt sp├Ąter.

Diese Woche ging es in „Falcon und der Wintersoldat“ mit Sam, Bucky und Zemo in Riga und nach einem turbulenten Besuch in Madripur. Ebenfalls in der lettischen Stadt waren die Dora Milaje aus Wakanda und die R├Ądelsf├╝hrer der Without Banners, kommandiert von Supersoldat Karli Morgenthau. Und nat├╝rlich waren John Walker und sein Partner Lemar Hoskins auf dem Weg, sie zu verfolgen.

Freie Aktion

So bekommt der ideologische Mix, der seit Beginn der Serie pr├Ąsentiert wird, in dieser Episode von „Falcon and the Winter Soldier“ eine ganz neue, gro├če Dimension. Die eine Seite ist b├Âse und t├Âtet, wenn es n├Âtig ist, die andere Seite ist noch schlimmer, weil sie t├Âtet, sie ist supremistisch und brandmarkt Gegner als Terroristen, Wakanda will Rache und ZemoÔÇŽ nun, es ist Zemo. Mitten in diesem Chaos sind Sam und Bucky. Sie sind die Protagonisten der Serie und m├╝ssen, wie der Zuschauer, versuchen, Frieden zu schlie├čen und gegebenenfalls Partei zu ergreifen, bevor alles so schlimm endet, wie es scheint.

Am Ende kommt es zu Schl├Ągereien, Handgreiflichkeiten, Sch├╝ssen, Messern, Schilden und Speeren, die hin und her fliegen. Das Kapitel ist frenetisch, ja, aber im Gegensatz zum vorherigen funktioniert die Gewalt hier nicht so gut. Es stimmt, dass man dankbar ist, eine gute Dosis Action in einer Serie zu sehen, die zu keiner Zeit versteckt hat, was sie zu sein vorgibt. Aber in bestimmten Szenen vermitteln die K├Ąmpfe das Gef├╝hl, v├Âllig unn├Âtig zu sein, reiner ungerechtfertigter F├╝llstoff, um den Streit zwischen den Charakteren zu verst├Ąrken.

Es ist auch nicht sch├Ân zu sehen, wie die beiden Hauptcharaktere von „Falcon and the Winter Soldier“ inmitten der heftigen Schlacht verw├Ąssert werden. In der Tat funktionieren beide am besten, wenn der Kampf noch gar nicht begonnen hat. Bucky gibt eine der besten Szenen der Serie gleich zu Beginn, mit dieser R├╝ckblende nach Wakanda, in der wir sehen, wie sie seinen Geist nach so langer Zeit befreien. Emotivit├Ąt und Gef├╝hl, mehr ist nicht n├Âtig. Der gro├če Name der Episode ist jedoch Sam.

Der echte Captain America

Denn ja, John Walker ist derjenige, der das Schild in „Falcon and the Winter Soldier“ tr├Ągt, aber wir alle wissen, dass es Sam geh├Ârt. Und Steve wusste das auch. Zum ersten Mal seit vielen Jahren sehen wir, was das Besondere an der Figur ist und warum der Captain, der Einzige, beschlossen hat, dass er sein bester Erbe ist. Weit davon entfernt, mit Karli zu streiten, versucht Sam, sie zu verstehen, einen Dialog zu f├╝hren und eine Konfrontation zu vermeiden, von der er wei├č, dass sie zu nichts f├╝hrt. Die Szene ist umso aufsehenerregender, weil im Nebenraum Walker steht, mit dem Schild in der Hand, ungeduldig, um hineinzukommen und ein paar Ohrfeigen zu verteilen. Spannung pur, Kontrast pur.

Sp├Ąter fragt Zemo Sam, ob er das Supersoldaten-Serum nehmen w├╝rde, worauf Falcon ohne zu z├Âgern mit einem einfachen „Nein“ antwortet. Walker seinerseits tut genau das Gegenteil. Es gibt keinen Grund, ihn anzuziehen, er hat genug Verb├╝ndete, die er bek├Ąmpfen kann, ohne dass seine Muskeln mehr Kraft zeigen, aber er ignoriert es. Sein Ego gewinnt die Oberhand ├╝ber ihn. Und das schreckliche Ende des Kapitels ist sein endg├╝ltiger Sturz in die H├Âlle. Auf der Suche nach dem bestm├Âglichen Captain America wird er genau das Gegenteil von dem, was Steve war.

W├Âchentliche Freigabe?

Der letzte Gedanke, den diese vierte Episode von „Falcon and the Winter Soldier“ hinterl├Ąsst, best├Ątigt, was viele von uns bereits zu bemerken begannen. F├╝r „Wandavision“ funktionierte die w├Âchentliche Premiere wie am Schn├╝rchen. Jedes Kapitel hinterlie├č zahlreiche R├Ątsel und Nebenhandlungen voller Wendungen und endete zudem mit m├Ąchtigen Cliffhangern, die die Schlussfolgerungen der Zuschauer auf den Kopf stellten. In dieser neuen Marvel-Serie ist das Gegenteil der Fall.

Die Enden sind gro├čspurig, ja, und das in der ersten Episode setzte den Ton der Vorg├Ąngerserie fort. Die anderen bieten aber nichts zu weit hergeholtes. In der Regel handelt es sich dabei um Auftritte oder Offenbarungen, die einen Wendepunkt in der Handlung darstellen, aber mehr nicht. Die Episoden haben keine so straffe Struktur, und so hat man bei „Falcon and the Winter Soldier“ das Gef├╝hl, dass man sich das Ganze wie einen langen Film am St├╝ck ansehen k├Ânnte und es w├╝rde niemanden vom Hocker rei├čen. In diesem Sinne ist es auf lange Sicht viel weniger einnehmend.

Fazit

Alles in allem ist die vierte Episode von „Falcon and the Winter Soldier“ genau das, was man von ihr erwartet, im Guten wie im Schlechten. Es hat gro├čartige Zutaten wie Sams Schritt nach vorne oder Walkers Ankunft am Point of no Return, aber es hat auch eine Menge inkonsistenter und allzu vorhersehbarer Action. Es ist traurig zu sehen, dass die Richtung, die die Serie eingeschlagen hat, klar und wenig ├╝berraschend ist, was bei einer w├Âchentlichen Premiere zu sehr ablenkt. Trotzdem ist es ein rasantes Vergn├╝gen f├╝r jeden Fan des UCM.

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