Romulus, der mythische Ursprung der glanzvollsten Stadt des Altertums

Die italienische Produktion, die sich mit dem Mythos von Romulus und Remus beschäftigt.

Die Aufarbeitung der Menschheitsgeschichte war schon immer eine Inspirationsquelle für die Kunstwelt und insbesondere für Film- und Fernsehproduktionen. Ob es sich nun um reale Ereignisse handelt, die vor Ort stattgefunden haben, oder um solche mit internationalen Auswirkungen, die Möglichkeit, einen Dialog zwischen gestern und heute herzustellen, ist von enormem kreativen Interesse.

Aus diesem Anlass und mit Hilfe von Sky und den Produktionsfirmen Cattleya (Teil der ITV Studios) und Greenland unternimmt der Filmemacher Matteo Rovere mit „Romulus“ seinen ersten Ausflug in den Bereich der Fernsehfiktion. Die Serie wird als Erweiterung des Films „Il primo re“ präsentiert – der 2019 in die Kinos kamm – und ist die erste Fernsehproduktion, die in archaischem Latein gedreht wurde, der Originalsprache von Latium, der Region, in der die Geschichte spielt.

Romulus zielt darauf ab, eine realistische Rekonstruktion der Ereignisse zu sein, die zur Geburt Roms führten, obwohl es Mythos, Legende und Revolution verbindet, um die Geschichte jener Männer und Frauen zu erzählen, die darum kämpfen, ihr eigenes Schicksal zu gestalten, anstatt das von den Göttern auferlegte Schicksal zu erleiden. So bewegt sich die Serie in ihren zehn Episoden in das achte Jahrhundert vor Christus, in eine primitive und brutale Welt, in der die unerbittliche Kraft der Natur und die Pläne der Götter das Leben bestimmen.

Dürre und Hungersnot bedrohen den Frieden der dreißig Dörfer der Lateinischen Liga, die seit Jahren unter der Führung des Königs von Alba Longa, Nmitor, leben. Nach seiner Verbannung sind seine Enkel Iemos und Enitos die legitimen Thronfolger, aber Amulius hat andere Pläne. Intrigen, Verschwörungen und Machtkämpfe führen zu einem komplizierten antiken „Spiel der Throne“, in dem das Heilige und das Geheimnisvolle die dunkelste, grausamste und niederträchtigste Seite des menschlichen Wesens auf den Tisch bringen.

Romulus‘ ist die Geschichte dieser primitiven Welt, der Wiege der Zivilisation, gesehen durch die Augen dreier Charaktere, die von Tod, Einsamkeit, Gewalt und Ausgrenzung geprägt sind: Iemos (Andrea Arcangeli), Prinz von Alba; Wiros (Francesco Di Napoli), ein verängstigter junger Mann, der aus seinem Dorf verbannt wurde und gezwungen ist, den traditionellen Ritus der Reife des „Lupercale“ zu leben; und Ilia (Marianna Fontana), eine unschuldige junge Frau, die dem Kult der Göttin Vesta ergeben ist. Jeder von ihnen wird versuchen, sich anzupassen und seinen Platz in der Welt zu finden.

Ein Spiegel unserer Gesellschaft
Es handelt sich also nicht um eine wahrheitsgetreue chronologische Darstellung der Ereignisse, die zur Gründung der Stadt Rom führen, auch wenn die beeindruckende Darstellung von Schauplätzen, Requisiten und Kostümen den Anschein erwecken mag. Was die Serie bietet, ist eine Geschichte über Angst, Ehrgeiz, Brüderlichkeit, Krieg und Mut. Eine Reflexion über die moralischen, spirituellen und kollektiven Normen, die die Gesellschaft und das Gemeinschaftsleben bestimmen und die bis heute fortbestehen. Es ist eine Reflexion der ethischen und ontologischen Konstrukte, die geschaffen wurden, um dem Leben jenseits der Existenz einen Sinn zu geben.

Und gerade in der Erreichung dieser Ziele liegt der interessanteste Aspekt von „Romulus“, der eine introspektive Debatte über die theoretische, erstrebenswerte und glorreiche Gesellschaft, die die Protagonisten erreichen wollen, und die reale, unvollkommene und irdische Gesellschaft, zu der sie sich, geleitet von individualistischen Gefühlen wie Rache oder Ehrgeiz, verdammt haben, aufwirft. Es gibt auch einen Kontrast zwischen der Tradition, d.h. den Städten, die mit Sitten und Gebräuchen besiedelt sind, und der Moderne, d.h. den möglichen neuen Gesellschaften, die auf Modernität, Gerechtigkeit und neuen Werten basieren.

Trotz des unregelmäßigen Rhythmus sind der Detailgrad der Inszenierung sowie die Entwicklung der Helldunkelheit einiger attraktiver und stimmiger Hauptfiguren mehr als genug Gründe, sich nicht nur von der Attraktivität dieser Serie gefangen nehmen zu lassen, sondern auch über die kollektive Dynamik nachzudenken, die heute die Zahnräder unserer Gesellschaft bewegt.

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